
Heute wird in Kreuzlingen und Konstanz zu mehr als drei Vierteln mit fossilen Energien geheizt. Die geplanten Umwelt- und Energieziele sehen eine klimaneutrale Energieversorgung bis 2050 vor. Eine regionale Lösung steht zur Verfügung: Seewasserwärme aus dem Bodensee und die Abwärme der neuen KVA Thurgau, die ab 2031 in Betrieb gehen soll, sollen die Wärmeversorgung beider Städte grundlegend zu einer erneuerbaren Energieversorgung transformieren.
Trotz der Landesgrenze sind Kreuzlingen und Konstanz ein Siedlungsraum und arbeiten schon heute in vielen Bereichen eng zusammen. Kreuzlingen könnte das Projekt zur Nutzung der Abwärme aus der neuen KVA Thurgau nicht im Alleingang stemmen – dafür wird eine rund 20 Kilometer lange Wärmetransportleitung von Weinfelden nach Kreuzlingen und Konstanz benötigt, die sich nur wirtschaftlich betreiben lässt, wenn beide Städte von der KVA-Wärme beziehen.
Fachlich begleitet wird das Projekt durch die Swisspower AG – seit 2021. 2025 hat Swisspower die Rolle des Projektkoordinators im Rahmen des Steuerungsausschusses übernommen. Zudem hat Swisspower die Ergebnisse der 2023 erarbeiteten Machbarkeitsstudie (MBS) für das Teilprojekt KVA-Übergabezentrale (KVA-ÜZ) plausibilisiert und erhärtet. Ausserdem wurde eine erste Dimensionierung vorgenommen und die Ausschreibungsunterlagen für die Beschaffung der Planungsleistungen für die Projektierungsphase erstellt. Die KVA-ÜZ stellt das Bindeglied zwischen der CO2-freien Wärmequelle der KVA, der Transportleitung und den städtischen Wärmeverteilnetzen dar.
Das Projekt wird aktuell auf kommunaler Ebene in Kreuzlingen politisch behandelt. Nachdem die Fragen zum KVA-Ersatzbau an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung vom März 2026 geklärt wurden, wird Energie Kreuzlingen beim Stadtrat zuhanden des Gemeinderats einen Planungskredit von CHF 1 Mio. beantragen. Gemäss aktueller Planung wird die Ersatz-KVA ihren regulären Betrieb und die Lieferung klimafreundlicher Wärme voraussichtlich per Ende 2031 aufnehmen. Die nächsten Schritte zum Fernwärmeausbau werden ab dem Jahr 2027 den politischen Gremien sowie allen Energiekundinnen und Energiekunden vorgestellt.
Von den Erfahrungen aus dem grenzüberschreitenden Projekt können auch andere Stadtwerke profitieren, die die städtische Wärmeversorgung transformieren wollen. Swisspower begleitet diesen Prozess als verlässlicher Partner – von der Idee über die Machbarkeitsstudie bis zur Koordination der Projektierungsphase.

Mauro Montella
Senior Consultant